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Feuerwehr Könnern

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Die Entwicklung des Löschwesens in der Stadt Könnern

Mit der Entwicklung des Denkens, der Arbeit und der Sprache, trat der Mensch aus dem Tierreich heraus und nahm seinen eigenen Entwicklungsweg. Auf diesen Weg lernte der Mensch das Feuer kennen, anfangs natürlich nur seine zerstörerische Wirkung als Schadensfeuer. Später erlernte er den Nutzen dieser Naturerscheinung und begann, das Feuer zielgerichtet für seinen eigenen Zweck zu nutzen.

Es ist deshalb leicht zu verstehen, dass die Behörden darauf bedacht waren, geordnete Zustände in das Feuerlöschwesen zu bringen. Waren doch auch damals die Bürger mehr als jetzt auf gegenseitige Hilfe angewiesen, wenn man die mangelnden Feuerlöscheinrichtungen in Betracht zieht.
Angesichts der verheerenden Feuersbrünste wurde im Jahre 1846 eine Feuerlöschordnung für die Stadt herausgegeben und eine Pflichtfeuerwehr gegründet. Im Jahr 1850 wurde die Feuerlöschordnung von Seiten der Stadtväter erlassen und 10 Jahre später (1860) von der Regierung erneuert. Im Dezember 1872 wurden die Männer der Pflichtfeuerwehr bei einer Übung mit 1,- Mk und für 12 Stunden beim Brand 12,- MK gelohnt.
Es waren:

Feuerkommissar Schulze
Turmwächter Leimbach
Spritzenmeister Knappe
Schornsteinfegermeister Bohne
Zimmermann Berger
Henze
Heistermann
Schneidermeister Kramer
Schuhmacher Sonnenkalb
Handelsmann Bennewitz
Der Turmwächter der Stadt erhielt seine Instruktion, Feuer durch Anschlagen der großen Glocken zu melden.

28 Bürger der Stadt sind zusammen gekommen um am 22.11.1877 eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Es wurde ein provisorischer Vorstand gewählt. Schonsteinfegermeister Bohne
Bäckermeister Hahnemann
Kaufmann Schulze
Schumachermeister Hauffe
Kürschnermeister Schaller

Als im März 1882 abends die Glocken Sturm läuteten, rückte die Pflichtfeuerwehr zu einem Großfeuer zum Hüttigschen Dampfsägewerk aus. Dem Feuer standen sie mit den freiwilligen Wehren aus Alsleben und Gröbzig machtlos gegenüber, da es an Ausrüstung und Geräten fehlte.
Von dieser Minute an erwachte beim Feuerkommissar und Ratmann G. Schulze der Mut zum Ausbau der Feuerlöschordnung und Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr, doch es traf von Seiten der Stadtfeuersozietät eine Beschwerde ein. Es wurden die fehlenden Geräte schnellst möglich beschafft.

Am 25. März 1882 wurde ein Aufruf zur Bildung einer „ Freiwilligen Feuerwehr“ an die Bürger der Stadt gerichtet. 20 ehrenhafte Bürger traten am 26. März 1882 mit vollen Herzen ein. Eine Kommission von 7 Bürgern arbeitete ein Organisationsplan aus. Am 3. April 1882 fand die erste Kommissionssitzung statt. Es wurden folgende Punkte erarbeitet:

1. die Feuerwehr 60 Kameraden stark zu veranschlagen
2. die Kosten von ca. 700 Mk durch freiwillige Beiträge aufzubringen
3. Einteilung: Steigerabteilung, Rettungsabteilung, Spritzenabteilung, Wasserkette [Kostenaufteilung: Helme (360Mk), Ausrüstung (240Mk), Spritze mit Saugvorrichtung (800Mk)]
4. Monatlicher Betrag: Aktive 25Pf, Inaktive 1,-Mk

In der Kommissionssitzung am 19.April 1882 wurde unter Annahme des Statuts der Alslebener Freiwillige Feuerwehr, eine Einberufung der Generalversammlung beschlossen, die auf den 24. April 1882 im „Cafe´National“ zwecks Gründung der Wehr vertagt wurde.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Am 24.April 1882 zur Gründungsversammlung hatten sich ca. 300 Personen eingefunden. Als der Vorsitzende der Kommission die Nützlichkeit einer Freiwilligen Feuerwehr darlegte, und als er die aufgestellten Statuten als Entwurf verlesen hatte, wurde die Angelegenheit zur Diskussion gestellt. Nachdem das Komitee auf Anfragen aus der Versammlung erschöpfend Auskunft über Ausrüstung und Organisation der Wehr, Pensionierung der bei Übung und Schadensfeuer verunglückten Kameraden, Bildung einer Kranken- und respektive Pensionskasse erteilt hatte, erging an die Versammlung der Aufruf, als aktives oder passives Mitglied der Wehr beizutreten. In den ausgelegten Einziehungslisten trugen sich 55 Personen als aktive und 21 Personen als passive Mitglieder ein.
Sie wurden am 1. Mai 1882 zur zweiten Generalversammlung zur Beschlussfassung über Bildung der einzelnen Abteilungen, der Uniformierung und Festsetzung der Übung eingeladen. Ferner ging eine Sammelliste an die Bürger der Stadt. Es wurden 250 Mk gesammelt.
Es erschienen 60 aktive Kameraden am 17. Juni 1882 zur Generalversammlung, um den Vorstand zu wählen.

Fabrikbesitzer G. Schulze Branddirektor
Zimmermeister F. Keller Hauptmann
Maschinenfabrikant A. Fritsche Offizier der Steigermannschaft
Gelbgießermeister A. Beck Offizier der Spritzenmannschaft
Kaufmann K. Schulze Offizier des Rettungsdienstes
Lehrer O. Mey Offizier der Ordnungsmannschaft

Sämtliche Mannschaften wurden vollständig eingekleidet und erschienen am
24. Juni 1882 zur Übung. Der Leiter war Hauptmann F. Keller. Die Statute der Freiwilligen Feuerwehr wurden erstellt, sie enthielten 32 §(gedruckt in der Druckerei B. Knauff). Gleichzeitig wurden der Polizeiverwaltung die Statute der Freiwilligen Feuerwehr Cönnern a./S. zur Genehmigung vorgelegt. Es wurde auch um Bestätigung des Branddirektors G. Schulze und Hauptmann F. Keller gebeten. Der Vorstand unterzeichnete am 19. April 1882 das Statut und wurde von der Polizeiverwaltung am 7.Juli 1882 genehmigt (gez. Schmidt).
Am 22.August 1882 wurde der Feuerlöschdienst der Wehr von der Polizeiverwaltung übertragen.
Die Pflichtfeuerwehr blieb aber weiterhin bestehen.
Mit 60 Kameraden meldete sich die Wehr am 16.August 1882 zum Eintritt in den Sächsisch-Anhaltischen Feuerwehrverband an.


Nun begann die Entwicklung und der weitere Verlauf der Freiwilligen Feuerwehr in Cönnern. Die Kameraden waren mit Leib und Seele bei der Feuerwehr. Sie setzten Ihre Kräfte ein um den Feuerbrünsten Herr zu werden.

Mit dem Spritzenfabrikant A. Beck wurde am 23. August 1882 ein Liefervertrag geschlossen. Es wurden eine vierrädrige Feuerspritze in Wert von
900 Mk angeschafft. Die einen Druck von 12 Atü widerstehen musste, 7 Meter hoch saugen und 42 l/min Wasser fördern musste sowie eine Strahlhöhe von 30 Meter hatte. Die erste Feuertaufe erhielt die Wehr bei einem Brand bei der
Witwe Leimbach (Gr. Freiheit)am 21.September 1882.
Die bestellte Spritze wurde im Dezember 1882 geliefert. 1883 – 1884 waren ca. 98 passive Mitglieder in der Wehr.

Im Jahr 1884 verunglückte bei einer Übung an der Schule bei der Kirche der Feuerwehrmann Reibe. Welcher aus der Unterstützungskasse wöchentlich
15 Mk. erhielt. Am 24.Juli 1884 wurde die Wehr dem Feuerwehrverband des Reg.-Bez. Merseburg mit 61 aktiven Kameraden mit dem Gründungstag der Wehr gemeldet, in gleichem Jahr erhielt die Wehr die grauen Uniformen.
Der 1. große Brand war im Mai 1885 im Hotel zur „Preußischen Krone“, der zweite Brand ereignete sich im August 1886 bei den Gebrüdern Nägler.
Am 16.Januar 1886 erstellte der Mauermeister W. Freymuth von Cönnern, ein Kostenangebot für die Erbauung eines neuen Hauses zur Unterbringung der Löschgeräte. Die Stadtverwaltung lies das mit gelben Klinkern verbländete Spritzenhaus erbauen (Baukosten: 5.600 Mk). Die feierliche Übergabe an die „Feiwillige Feuerwehr“ erfolgte am 07.08.1886.
Das 10 jährige Gründungsfest wurde mit der gesamten Bürgerschaft vom
21. – 22.Mai 1892 gefeiert. Bei diesem Fest wurden 17 Kameraden befördert.

Das Eigentum der Wehr zum 10jährigen Bestehen setzt sich wie folgt zusammen:

1 Feuerspritze mit 50 m Schlauch
1 Wasserwagen
4 Hakenleitern
12 Fackellampen
2 Schlauchbrücken
2 Feuereimer
1 Plane für die Spritze
59 neue Uniformen für je 12 Mk
63 alte Uniformen für je 3 Mk
52 Gurte
10 Steigergurte, Leinen, Nothaken
61 Helme mit Filzdeckel
6 Laternen
1 Degen für den Branddirektor
6 Beile für Offiziere
3 Schlauchhalter
1 Steigerturm

die Versicherungssumme war mit 3560,90 Mark angegeben.

Der verdiente Gründer der Wehr, Herr Branddirektor G. Schulze, legte sein Amt 1895 nieder und Hauptmann F. Keller trat an seine Stelle. Der 27.Feuerwehr-verbandstag wurde im Jahre 1901 in unseren Mauern abgehalten und von dem Verbandsvorsitzenden als wohlgelungen bezeichnet. 37 Kameraden wurden zum 20jährigen Stiftungsfest 1902 ausgezeichnet.
In Juni 1903 verstarb viel zu früh unser Wehrleiter F. Keller. Er war Mitbegründer, erster Hauptmann und seit 1895 Branddirektor.

Sein Wahlspruch war immer der eines echten Feuerwehrmannes:

“Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“

Sein Nachfolger wurde Hauptmann A. Beck.

Vom 25. – 27.Mai 1907 wurde das 25jährige Gründungsfest gefeiert, wo alle Bürger der Stadt auf den Beinen waren um das Fest zu feiern. Viele Kameraden aus anderen Wehren waren angereist um mit zu feiern. Der Bürgermeister zeichnete 8 Kameraden mit echten silbernen Medaillen für 25jährige Dienstzeiten aus.
In der Zeitung wurden die Namen veröffentlicht, welche für ein Jahr verpflichtet wurden zu jeder Übung der Pflichtfeuerwehr zu erscheinen. Bei Nichteinhaltung drohte eine Gefängnisstrafe.
Zur Rettung und zum Wasserpumpen nach Zellewitz rückte die Wehr am 24.Juni 1910 aus. Im gleichen Jahr wurde auch die Normalkupplung zu den Schläuchen eingeführt und es erfolgte eine Umstellung von engen Schläuchen auf 52 mm Weite.
1911 wurden 7 Kameraden zum Sanitätsdienst von Dr. Steinkopf ausgebildet. Zum 30jährigen Gründungsfest 1912 wurde auch der 36.Verbandstag gefeiert. Bürgermeister R. Winter zeigte großes Interesse an der Freiwilligen. Feuerwehr. Während seiner Amtszeit wurde die Wasserleitung gebaut. Am 8. Februar 1913 wurde sie von der städtischen Körperschaft an die Freiwilligen Feuerwehr übergeben.
Es begann der weitere Ausbau der Wehr und die Anschaffung von Ausrüstung. Es wurde ein Hydrantenwagen mit den dazugehörigen Standrohren und Verteilungsstücke und erforderlichen Kleingeräten angeschafft. Die Stadt übergab 1914 der Wehr den Schlüssel für das neu gebaute Spritzenhaus.
Ehrenbranddirektor A. Beck verstarb am 24.Juli 1914. Er war Mitgründer der Wehr und Spritzenleutnant. Seine Aufgaben übernahm Hauptmann Reuter von 1914 – 1924. Für den in Oktober 1930 verstorbenen Ehrenbranddirektor
H. Reuter wurde
von der außerordentlichen Ge
eralversammlung F. Starke gewählt. Er führte die Wehr mit viel Fleiß, Einsatzbereitschaft und großem Interesse.
1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Für das Vaterland kämpften in den Kriegsjahre 33 aktive und 12 passive Kameraden. Leider kehrten nach Kriegsende
3 Kameraden nicht in die Reihen der Feuerwehr zurück. Nach Kriegsende war die Umgestaltung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sehr bedrohlich für die Wehr. Durch Dank, Liebe und Treue füllte sich die Wehr wieder. Nach Kriegsende zählte die Wehr 45 aktive und 61 passive Kameraden. Die Mitgliederzahl stieg langsam wieder auf 73 aktive und 61 passive Kameraden an.
Der 4. Feuerwehrverbandstag wurde am 4. Juni 1921 in Könnern abgehalten.
Vom 13.- 14. Mai 1922 wurde das 40 jährige Gründungsfest in althergebrachter Weise gefeiert. Bei den Brand der Selterwasserfabrik Seidel 1923 in Könnern zog sich der Hauptmann der Wehr F. Keller, eine Verletzung der Hand zu, welche zu seinem frühen Tod mit beigetragen hat. Am 31. Januar 1925 verstarb der Zimmermeister und Hauptfeuermann F. Keller. Er war ein Vorbild für alle Kameraden und wurde sehr verehrt. Nachfolger wurde Brandmeister B.Beck, auch er schied durch einen schnellen Tod aus der Wehr.
Bürgermeister Twiehaus-Wiele, förderte das Feuerwehrwesen in unserer Stadt mit regen Interesse. Er schaffte in Könnern 1926 die erste Motorsirene an.
Von 1928-1930 war R.-P.Berendt Wehrleiter der Wehr. Er verwaltete die Kassengeschäfte der Wehr 19 Jahre. Er wurde 1930 zum Bürgermeister gewählt und setzte sich weiter für die Belange der Wehr ein und stand Ihr beratend zur Seite.
Als sein Nachfolger wurde 1930 H. Pilz einstimmig zum Wehrleiter gewählt. In seiner Amtszeit wurde 1931 eine 14 m hohe mechanische Leiter,
250 m Schlauch und ein wichtiger Total-Löscher angeschafft.
1932 wurden noch weitere 10 Männer im Sanitätsdienst von Dr.Steinkopf ausgebildet.
Vom 28.-29. Mai 1932 wurde das 50jährige Bestehen der Wehr, verbunden mit dem 15. Feuerwehrverbandstag des Saalkreises gefeiert. Im gleichen Jahr kaufte die Wehr von der Aktien-Malzfabrik Könnern ein Auto Audi IM 36919 für 400,- RM. Es wurde als Mannschaftswagen umgerüstet. Dies war der erste Schritt zur Motorisierung der Wehr.
1933 wurde eine Feuerwehrkapelle gegründet und auch wehreigene Instrumente angeschafft. Am 07.05.1933 marschierte die Wehr zum Deutschen Feuerschutztag durch die Stadt.
Gründer und Leiter der Kapelle war K. Triebel.
Zu den Mitgliedern der Kapelle zählten:
F. Buch F. Schmidt
F. Hohmann R. Müller
G. Großhans K. Seligmann
H. Höse A. Zober
A. Bachmann W. Zober
O. Gräfe F. Siebecke
O. Moosdorf M. Müller
F. Ehring K. Eschke
Die Kapelle bestand bis ca. 1940.
1935 erhielt die Wehr endlich die schon so lange geforderte Motorspritze. Durch diese Neuanschaffung erfuhr der Feuerschutz der Stadt Könnern und Umgebung eine wesentliche Verbesserung, was sich in den darauf folgenden Jahren sehr oft bewies.
In den Gemeinden Lebendorf, Beesenlaublingen sowie in der Flanschenfabrik Bebitz wurden unter Mithilfe des Kommandos der Wehr Könnern neue Feuerwehren ins Leben gerufen.
Im Jahr 1936 erhielt die Wehr den Namen „Feuerlöschpolizei“. Nach der Instandsetzung des alten Gerätehauses übernahm die Wehr 1937 das Haus wieder.
Zum ersten Fliegeralarm ertönte am 26.08.1940 die Sirene. Die Kameraden stellten sich zum Schutz der Bürger selbstlos zur Verfügung.
Am 7.10.1942 hatte sich im Gipsbruch Beesenlaublingen ein großer Erdrutsch ereignet, dem 4 Menschenleben zum Opfer fielen. Eine Rettungsaktion konnte in dem 110 m tiefen Bruch nicht eingeleitet werden, da sich die Erdmasse noch in voller Bewegung befanden.
Im Jahre 1943 wurden die örtlichen Feuerwehren zu Unterkreisen zusammengeschlossen. Trebnitz, Trebitz, Bebitz, Lebendorf, Mukrena, Beesenlaublingen, Beesedau und Kustrena gehörten zum Unterkreis Könnern. Im Juni 1944 erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine 2. TS8 (Tragkraftspritze
800 l/min.). Viele Kameraden der Wehr wurden zum Kriegsdienst einberufen. Einwohner der Stadt wurden zum Feuerwehrdienst verpflichte. Aus dem 2. Weltkrieg kehrten 21 Kameraden nicht zurück.
Am 27.10.1945 wurde die Wehr zu einer Besprechung zum Bürgermeister Peter eingeladen. Es erschienen 35 Kameraden. Der Bürgermeister wies mit kurzen Worten auf die Notwendigkeit der Freiwilligen Feuerwehr hin. Er forderte die Kameraden zur Übernahme freiwilliger Pflichten zum Wohle und Schutze der Einwohnerschaft der Stadt Könnern auf. Als Wehrleiter wurde der Kamerad
F. Voigt eingesetzt. Zu einem Wohnungsbrand in Trebnitz konnte die Wehr erst nach 40 min. ausrücken, da keine Batterie im Auto vorhanden war. Der Brunnen vor Ort war zu tief, es mussten 280 m Schlauch von der Saale bis zur Brandstelle verlegt werden. Wehrleiter F. Voigt verstarb am 03.11.1947. Sein Nachfolger wurde W. Steinemann welcher am 15.12.1947 einstimmig gewählt wurde. Am 01.04.1949 gingen die Gebäude, Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr in Volkseigentum über. Der Gerätewart Kamerad R. Kindlein bezog am 01.05.1949 eine neu errichtete Wohnung über dem Gerätehaus. Im Jahr 1950 wurde die Sirene vom Rathaus abgebaut und auf dem Gerätehaus wieder aufgebaut. Die Feuerwehr Halle übergab am 20.10.1951 der Wehr ein Löschfahrzeug (LF8). Durch dieses Fahrzeug war die Wehr schneller an den Einsatzstellen.
Der Wehrleiter W. Steinemann schied 1952 aus. Sein Nachfolger wurde Kamerad F. Keller. Bei einer Alarmübung am 01.12.1952 versagte die Sirene und die Kameraden mussten mit Martinshörnern zum Einsatz gerufen werden. Wodurch eine Verzögerung von ca. 5 min. eintrat. Trotz der Verzögerung bei der Alarmierung konnte die Angriffsübung am VEAB in Könnern durchgeführt werden. Am 21.12. 1952 brannte es in der Stadtverwaltung Könnern. Die Wehr griff sofort ein und hatte nach ca. 1 Stunde den Brandherd gefunden und gelöscht. 3 Personen wurden aus dem Obergeschoß über die Leiter gerettet. Durch einen wolkenbruchartigen Regen am 26.06.1953 mussten in verschiedenen Betrieben und Privatgrundstücken die Kellerräume ausgepumpt werden. Am 03.01.1954 brannte das außerhalb der Stadt gelegene Grundstück Kornetzky vollständig nieder. Schneeverwehte Anfahrtswege, Schneesturm, keine vorhandene Wasserentnahmestelle stellten die Wehr vor fast unlösbare Aufgaben. Die Maßnahmen mussten sich auf die Bergung von Vieh, Möbeln und Hausrat beschränken. Auch das alarmierte Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Bernburg konnte nicht helfen.

Die Feuerwehr Könnern wurde als Stützpunkt im südlichen Kreis Bernburg erklärt, es gehörten die Orte: Zickeritz, Zellewitz, Nelben, Gnölbzig, Trebnitz, Golbitz, Edlau, Wiendorf und Ilbersdorf dazu.

Im März 1956 wurde die Wehr von der Bernburger Feuerwehr unterstützt, durch grobe Fahrlässigkeit brach bei dem Bauer Brütting in Zickeritz ein Großfeuer aus. Der Einsatz dauerte 8 Stunden, 21 Kameraden waren im Einsatz. Das Wasser wurde über lange Wege herangeholt, es bewährte sich das selbst zusammengebastelte Feldfernspechgerät (von Kameraden gebaut). Eine Schauübung wurde im Jahr 1956 zum Heimatfest durchgeführt. Im Mai 1956 schlug ein Blitz in der Scheune der LPG-Dornitz ein. Hier wurden von
2 Motorspritzen Wasser herangeführt, da die Wasserentnahmestelle sehr weit entfernt lag.
Im gleichen Jahr wurde in Beesenlaublingen ein Großfeuer durch Kinderhände verursacht. Gemeinsam mit den Wehren Bernburg, Alsleben und Beesedau konnte der Brand schnell gelöscht werden.
Das 75jährige Bestehen der Wehr wurde am 18. und 19. Mai 1957, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtreffen, festlich begangen.
Die erste Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfern“ der DDR wurde 1957 in Könnern vorgestellt. Ihre ersten Ausbilder waren die Kameraden
K. Buchmann und G. Weinmeister (senj.).
Auch das Jahr 1957 war wieder von vielen Einsätzen und Übungen gezeichnet.
Der Telefontrupp wurde bei Übungen über lange Wegestrecke für die Übermittlung von Nachrichten eingesetzt. Eine Großübung fand unter Mitwirkung und Beteiligung der Wehren Preußlitz und Peißen am 03.11.1957 in der Saalemälzerei statt. Dort wurde u.a. das Sauerstoff-Kreislaufgerät erläutert.
1958 formierte sich aus Kameraden der Wehr ein Spielmannszug (1958-1976).
Am 20.04.1958 musste die Wehr zu einem Scheunenbrand nach Zickeritz ausrücken. In Zusammenarbeit mit den Wehren Zickeritz, Nelben und Bernburg konnte der Brand nach ca. 2 Stunden gelöscht werden.
Die Möbeltischlerei in Mukrena brannte am 11.01.1959. Der Brand wurde mit der Feuerwehr Bernburg und 30 Kameraden der Feuerwehr Könnern erfolgreich gelöscht. Am 12.07.1959 fand in Bernburg ein Kreisausscheid der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Bernburg statt. Die Feiwillige Feuerwehr Könnern belegte folgende Plätze:

Schießen Platz 3
Grundübung Platz 6
Schnelligkeitsübungen Platz 9

Wie in den vergangenen Jahren wurden verschiedene Übungen wie z.B. Telefonausbildung und Ausbildung der Gasschutztruppe durchgeführt. Des Weiteren ereigneten sich in diesem Jahr noch 8 weitere Brände.
1960 wurde die Wehr zum Brand nach Domnitz gerufen, wo erstmals der neue Schlauchtransportanhänger zum Einsatz kam.
Am 06.08.1961 fand der Wirkungsbereichsausscheid in Bernburg statt. Dort wurde die Wehr mit dem 2. Platz für Grund und Schnelligkeitsübung ausgezeichnet. Die neue Wirkungsbereichsleitung wurde im gleichen Jahr gegründet, wobei die Kameraden Westphal, Golke und Wölfer aus unserer Wehr mitarbeiteten.
Ein Nachrichtengerätewagen zur weiteren Erhörung der Einsatzfähigkeit der Nachrichtengruppe wurde 1962 unserer Wehr zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr wurde ein Großbrand in Peißen mit einem hohen wirtschaftlichen Schaden gemeldet.
Am 16.09.1963 erhielt die Wehr ein neues Löschfahrzeug von Typ LF-LKW TS8-STA.Das vorhandene Löschfahrzeug wurde der Feuerwehr Baalberge zur Verfügung gestellt.
1965 wurde festgelegt, eine Frauenlöschgruppe aufzubauen. 1968 folgte die Grundübung der Frauenlöschgruppe unter Leitung von Kameradin Brandmeisterin I. Edner. Im gleichen Jahr übernahm der Kamerad R. Leitloff die Leitung der Arbeitsgemeinschaft „ Junge Brandschutzhelfer“.
1969 wurde aus gesundheitlic
en Gründen der Brandinspek
or F. Keller(senj.) der die Wehr von 1951 an leitete, von der Funktion des Wehrleiters entbunden. Auf Vorschlag wurde der Kamerad F. Keller(junj.) vom Rat der Stadt als Wehrleiter bestätigt.
Ein erneuter Höhepunkt am 07.11.1970, war die Anschaffung ein neues Löschfahrzeug von Typ LO 1801 A LF8-LKW-TS8-STA(mit einer Vorbaupumpe von einer Leistung 800 l/min.). Das Fahrzeug wurde der Feuerwehr Trebnitzer im Jahre 2000 übergeben.
Vom 12.-14.05.1972 wurde das 90jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert. Es wurden 9 Kameraden befördert. Feuerwehrwettkämpfe von Frauen und Männer wurden durchgeführt.
Ein Wechsel der Wehrleitung trat 1974 ein. Der Kamerad F. Keller(jun.) wurde von der Leitung entbunden. Kamerad H. Lück wurde neuer Wehrleiter. Im gleichen Jahr erhielt die Wehr ein Kleinlöschfahrzeug vom Typ B 1000 KFL-TS8, Palettenform zum Umrüsten als Nachrichtenfahrzeug.
Verbesserungen im Gerätehaus wie Neueinbau eines Elektroseilzuges zum Trocknen der Schläuche im 15m hohen Schlauchturm wurden 1975 angeschafft.
1976 wurde die Wirkungsbereichsleitung für den Bereich Könnern neu formiert. Aus unserer Wehr wurden der Kamerad S. Westphal als Leiter und die Kameraden U. Robitzsch und R. Pabel als Mitglied berufen.
Im April 1977 fuhren einige Männer und Frauen zu einem Ausbildungslehrgang nach Rastenberg. Durch die Bestückung der Löschfahrzeuge mit UKW-Sprechfunkanlagen wurde 1978 die Effektivität der schnellen Nachrichtenübermittlung erhöht. Hervorragende Leistungen sowie die Teilnahme am Dreikampf und Feuerwehrkampfsport brachten uns im Jahr 1980 den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr wurde mit mehrmaliger Auszeichnung als „Kreisbeste Feuerwehr“ anerkannt. Mit Stolz konnte die Freiwillige Feuerwehr 1981 die hohe Auszeichnung

„Medaille für Verdienste im Brandschutz“

entgegennehmen.
Vom 16.05.-23.05.1982 wurde das 100jährige Gründungsfest gefeiert. Mit den Vorbereitungen wurde schon sehr früh begonnen. Die „ Jungen Brandschutzhelfer“ organisierten ein Gruppenwettbewerb in der Altersgruppe 10 - 14 Jahre. Sie belegten den 2. Platz. Die Feierlichkeiten begannen am 16.05.1982 mit dem Festempfang im Rathaus. Kameraden Lück, Schneider und Kameradin Edner wurde der Ehrentitel Aktivist der „Sozialistischen Arbeit“ verliehen. Am 20.05.1982 war dann im Feuerwehrhaus „Tag der offenen Tür“, wo sich die Bevölkerung über den Stand der Technik informierte. Am Abend fand ein Kameradschaftsabend im Kulturhaus statt. Am 21.05.1982 fand ein Platzkonzert auf den Leninplatz mit dem Orchester des MDI statt. Eine Schauübung der Wehr folgte. Der Abend klang mit einer Veranstaltung für geladene Gäste im Hotel „Goldener Ring“ aus. Am 22.05.1982 wurden die Bürger der Stadt Könnern mit den Kapellen von Peißen und Lebendorf um 7.00 Uhr geweckt. 10.30 Uhr zog ein Festumzug durch Könnern. Eine Schauübung wurde am Rathaus mit den Wehren von Halle, Bernburg, Rothenburg, Flanschenwerk Bebitz, Könnern sowie mit dem DRK durchgeführt. Am Abend fand für alle aktiven und passiven Kameraden sowie Gäste ein Jubiläumsball
statt. Am 23.05.1982 klangen die Feierlichkeiten mit einem Frühschoppen im Kulturhaus aus.
Die Wehr wurde auf dem Festempfang zum 2. Mal als „Kreisbeste Feuerwehr“ ausgezeichnet. Im Jahr 1983 konnte die Feuerwehr die Leistungsstufe „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ erfolgreich verteidigen. Hauptaufmerksamkeit wurde in dieser Zeit auf die Arbeit im Vorbeugenden Brandschutz gelegt. Die Wehr kontrollierte in regelmäßigen Abständen die im Territorium der Stadt Könnern vorhandenen Wohnungen und ansässigen Betriebe. Für seine langjährige Verdienstvolle Arbeit wurde Kamerad S. Westphal mit der höchsten staatliche Auszeichnung im Rahmen des Brandschutz mit der „Medaille für Verdienst im Brandschutz“ im Jahr 1983 gewürdigt.
Im Jahr 1984 wurden die Einsatzkräfte zur wirkungsvollen Brandbekämpfung ausgebildet. Es wurden innerhalb der Wehr Ausbildungslehrgänge organisiert. Die Fleißige Arbeit in der Ausbildung brachte für die Kameraden sehr gute Ergebnisse bei den Feuerwehrwettkämpfen. In Wirkungsbereichs- und Kreisausscheiden erreichten die Frauen- und Männermannschaften erste Plätze. Die Wehr wurde 1984 zum 3. Mal als „Kreisbeste Feuerwehr“ geehrt.
Ein Wechsel in der Wehrleitung trat 1985 ein. Der Kamerad H. Lück wurde von der Leitung entbunden. Der Kamerad H.-J. Weinmeister wurde als Wehrleiter berufen. Mit Stolz haben die Kameradinnen und Kameraden am 04.12.1985 bei der Kreisbrandschutzkonferenz die Auszeichnung als „Kreisbeste Feuerwehr“ erneut in Empfang genommen.
Die Erfolge der vorausgegangenen Jahre wurde 1986 fortgesetzt. Viele Stunden wurden durch die Mitglieder der Wehr aufgebracht um die anvertraute Technik durch Wartung und Pflege ständig einsatzbereit zu halten. Viele Jahre hindurch wurde bei der Abnahme des Fahrzeugappelles durch die Vertreter des Rat des Kreises, Abteilung Feuerwehr und die Vertreter der Wirkungsbereichsleitung die Note „SEHR GUT“ erzielt. Die Frauengruppe konnte bei den Bezirkswettkämpfen im Feuerwehrkampfsport des ehemaligen Bezirkes Halle, im Jahr 1986 in der Disziplin „Löschangriff“ einen hervorragenden 3. Platz erreichen. In der gleichen Disziplin erkämpfte die Männermannschaft unserer Wehr 2 Jahre später bei der letztmalig durchgeführten Bezirkswettkämpfen im Feuerwehrkampfsport den Siegertitel, Mit dieser Zeit von 39,28 Sekunden ging die Männermanschaft in die DDR - Bestenliste ein. Es erfolgte eine Überprüfung zur Verteidigung des Titels „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“. Der Titel konnte erfolgreich verteidigt werden.
In Auswertung des Leistungsvergleiches der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Bernburg, in der Wertungsgruppe Löschfahrzeuge belegte die Wehr Könnern den 2. Platz.
In Würdigung langjähriger hervorragender Leistungen bei der Realisierung der Aufgaben im Brandschutz wird der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr Könnern der Ehrenname „Hans Beimler“ im Jahr 1987 durch Genossen B. Zander Stellvertreter des Vorsitzenden für Inneres des Rat des Kreises Bernburg verliehen.
1988 trat Kamerad S. Westphal als Wirkungsbereichsleiter zurück. Als Nachfolger trat der Kamerad R. Jänsch von der Feuerwehr Gerlebogk.
Der Fleiß der Kameraden wurde wieder mit der Note 1 belohnt, somit wurde zum 3.mal der Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ am 07.10.1989 verliehen. Die Wehr erhielt im November 1989 ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 W50 mit 2600 Liter Löschwasserbehälter und ein 500 Liter Schaumbehälter. Mit der zusätzlichen Bestückung der Technik reicht das vorhandene Gerätehaus nicht mehr aus. Zusätzliche Garagen wurden für die Unterstellung der Fahrzeugtechnik genutzt.
3 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Könnern machten ihr Hobby zum Beruf und wurden Angehörige des Kommandos Feuerwehr Halle.
Dies waren: 1984 Kamerad P. Naundorf,
1985 Kamerad U. Schneider
1989 Kamerad F. Seifert.
Aus der Notwendigkeit heraus war es unabdingbar, zur Sicherung der weiteren Einsatzbereitschaft, das vorhandene Gerätehaus zu erweitern. Die Vorstellungen wurden dazu konzipiert und sollten im Laufe des Jahres 1992 beginnen verwirklicht werden.
Mit der politischen Wende im November 1989, erfolgte eine Neuorientierung der Aufgaben der Wehr. Zum Himmelfahrtstag im Mai 1990 kam das Tanklöschfahrzeug bei einem Dachstuhlbrand eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofssiedlung Bebitz zum Einsatz.
Im Laufe des Jahres wurden spürbare Verbesserungen bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ausrüstung der Wehr erreicht. Um den Anforderungen der neuen Zeit gerecht zu werden, wurden für die Bergung bei Unfällen und Havarien, Hilfs- und Rettungsgeräte, wie z.B. das Schneid- und Spreizgerät, die pneumatischen Hebekissen, das Notstromaggregat mit Halogenscheinwerfern und eine Kettensäge angeschafft. Gleichzeitig wurden die persönlichen Schutzausrüstungen der Kameraden erweitert.

1991 haben die Kameraden P. Nauendorf, U. Schneider und F. Seifert zur Berufsfeuerwehr Halle gewechselt.

Die Einsatzbereitschaft der Kameraden der Wehr zeigte sich besonders deutlich bei der sehr kurzen Ausrückezeit. Noch während der letzten Sirenentöne verlässt bereits das erste Einsatzfahrzeug das Gerätehaus, um die erforderliche Hilfe zu leisten. Im Herbst 1991 wurde mit den erforderlichen Renovierungsarbeiten im Gerätehaus begonnen. Durch die Unterstützung der Stadtverwaltung und mit Hilfe der Kameraden war es möglich den Versammlungsraum neu zu gestalten. Es wurde ein neues Dach und im gesamten Objekt eine Ölheizungsanlage eingebaut.
1992 stand das 110jährige Jubiläum der Wehr an erster Stelle. Das Fest wurde vom 30.04.-03.05. 1992 durchgeführt. Die Eröffnung fand in einem Festzelt statt. Es folgte ein Frühschoppen, ein Familiennachmittag und abends Tanz in den Mai. Der Sonnabend begann mit einer großen Schauübung von Feuerwehrtechnik. Ein Festumzug durch die Stadt mit anschließender Vorführung des Löschwesens aller Gastwehren wurde durchgeführt. Anlässlich des 110 jährigen Jubiläums wurde am Samstag ein Komertzabend für geladene Gäste durchgeführt. Das gelungene Fest wurde am Sonntag mit Frühschoppen beendet.
In diesem Jahr waren mehrere Einsätze am Pastorstiefel (ehem. Aschenloch) von Nöten, wobei mehre Kameraden im Einsatz waren.
Am 02.05.1993 zur Jahreshauptversammlung, wurde auf Wunsch die Kameradin I. Edner von ihren Aufgaben bei der Frauengruppe entbunden. Sie war Mitgründerin der Frauengruppe. Das Aufgabengebiet der Frauen wurde geändert. Bei Hilfeleistungen organisierten sie die Versorgung der Kameraden und Überwachten den Funk.
Die alte Wehrleitung wurde neu gewählt. Die Wehrleitung setzte sich aus den Kameraden H.-J. Weinmeister, H. Leuthäußer und W. Brunn zusammen.
Die Wehr hatte sich in diesem Jahr das erste Mal verpflichtet, dass Stadtfest vom 13.-16.05.1993 durchzuführen. Die Vereine der Stadt Könnern sicherten ihre Unterstützung zu. Mit Fackelumzug, Kameradschaftsabend, Feuerwehrball, Frühschoppen, Hubschrauberrundflüge und Unterhaltung für Jung und Alt wurden die Tage begannen.
Im gleichen Jahr wurden Alarmempfänger angeschafft, um die Alarmierung zu verbessern.
Im März 1994 wurden neue Rolltore und eine neue Eingangstür in das Gerätehaus eingebaut. Die amt. Landrätin Frau R. Stefan übergab einen neuen Rüstwagen „RW1“ am 3. Juni 1994 der Wehr. Der Bürgermeister R. Sempert und die Kameraden waren zu diesem Ereignis erschienen.
Anlässlich des Heimatfestes wurde am 08.09.1994 eine Schauübung am Rathaus durchgeführt. Dabei gab es Unterstützung von der Drehleiter Bernburg und den DRK. Für die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges wurde anlässlich der Übergabe der neuen Sparkasse am 09.09.1994 ein Scheck als Anzahlung an die Wehr übergeben. Als kleines Dankeschön für die Unterstützung der Durchsetzung des Brandschutzes lud die Zuckerfabrik die gesamte Wehr am 08.12.1994 zu einem Abendessen in den „Goldenen Ring“ ein. Zu diesem Zeitpunk gehörten der Wehr 50 Männer, 24 Frauen und 21 Jugendfeuerwehrmitglieder an. Die Wehr wurde am 06.01.1995 zur Bergung von 3 Autos aus dem Teich-Mödewitz gerufen. Bei der Jahreshauptversammlung 1995 wurde der Kamerad F. Keller für seine 69jährige Zugehörigkeit in der Wehr ausgezeichnet. Er verstarb im Juli1995.
1995 wurden 7 Kameradinnen und Kameraden mit den „Silbernen Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande“ des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.
Am 11.12.1995 wurde die Wehr ins Flanschenwerk Bebitz (Abteilung Schmiede) zur Brandbekämpfung gerufen.
Am 1. Mai 1996 wurde gegenüber des Gerätehauses eine Tanne gepflanzt und mit Wasser aus dem Tankerlöschfahrzeuges angegossen. Bis heute wird sie zu der Adventszeit festlich geschmückt. Zum 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Beesenlaublingen wurde die Wehr vom 16.-18.08.1996 eingeladen.
Anlässlich des Sachsen-Anhalt-Tages in Bernburg 1996 beteiligte sich die Feuerwehr Könnern mit der Drehleiter DL 30 am Festumzug.
Am 12.10.1996 unternahm die gesamte Wehr eine Schifffahrt auf der Saale, die in Halle am Fuße der Moritzburg begann, nach Wettin und zurückführte. In Nienburg brannte im Dezember 1996 die Malzfabrik. Das Tankerlöschfahrzeug wurde zur Unterstützung der Löschwasserversorgung und Brandbekämpfung gerufen.
Im gleichen Monat wurde der Fahrzeugbestand der Wehr durch einen VW-Bus erweitert. Welcher heute als Mehrzweckfahrzeug genutzt wird.
Ein besonderes Ereignis war die 115 Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Könnern. Das Jubiläum fand vom 29.05.- 01.06.1997 auf dem Sportplatz statt.
Höhepunkte waren u.a. der große Feuerwehrball, ein Feuerwehrausscheid der Unterabschnitte Alsleben und Könnern sowie Hubschrauberrundflüge.
Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein musikalischer Frühschoppen mit Mittagessen aus der Feldküche.
Im September 1997 feierte die Freiwillige Feuerwehr Güsten ihr 125jähriges Bestehen, wozu die Könneraner Wehr eingeladen war.
Am 17.03.1998 unterstütze die Freiwillige Feuerwehr Könnern, erstmals die Blutspende. Seit diesem Zeitpunkt wird die Blutspende 4mal jährlich durchgeführt.
Eine Feuerwehrübung besonderen Ausmaßes fand am 02.10. 1999 auf dem Bahnhofsgelände in Könnern statt. Es wurde ein Gefahrguteinsatz simuliert, bei dem die Feuerwehren Bebitz, Trebitz, Trebnitz, Lebendorf, Bernburg und Güsten ebenfalls vor Ort waren.
Im gleichen Jahr wurde Kamerad U. Robitzsch zum Kreisbrandmeister gewählt.
Die Jahre 2000 bis 2002 standen weiterhin im Zeichen der Ausbildung. Am 22.03.2001 brannte durch einen technischen Defekt die Drehleiter DL30 ab und durch große Hitzewirkung wurde das TLF so beschädigt, dass es ausgesondert werden musste. Nur durch vom Land Sachsen-Anhalt kurzfristig bereit gestellte Fördermittel und durch die Unterstützung des Landkreises Bernburg und der Bereitstellung von finanziellen Mitteln der Stadt Könnern war die Anschaffung eines neuen TLF 16/25 im Dezember 2001 möglich. So gab es Übungen auf den Geländen der Zuckerfabrik, Bauerngut, Deuka, Deutsche Bahn AG, Agrar EG, Aral sowie auf der Bundesautobahn A14.
Bei diesen Übungen wurde ab Dezember 2001 Fahrzeugkunde am neuen Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 durchgeführt.
Ein erschreckendes Ereignis in der Geschichte Könnerns war der Brand der großen Malzfabrik am 23.02.2002, wobei das Tanklöschfahrzeug TLF16/25 seine Feuertaufe erhielt.
Das Feuer nahm solche Ausmaße an, dass die Könneraner Wehr von den Feuerwehren Peißen, Bebitz, Lebendorf, Trebitz, Bernburg, Güsten, Alsleben sowie Beesenlaublingen mit Kräften und Mitteln unterstützt werden musste.
Noch bis zum 01.03.2002 wurden Glutnester abgelöscht.
Ein weiteres großes Ereignis wurde vom 30.05.-02.06.2002 begangen:
Die Freiwillige Feuerwehr Könnern feierte ihr 120jähriges Bestehen.
Auch bei diesen Feierlichkeiten wurde die Wehr nicht von Einsätzen verschont. So wurde sie zum Beispiel zu einem Brand nach Bebitz und zu einem Strohdiemenbrand in die Edlauer Straße gerufen.
Mit dem Jahrhunderthochwasser im August 2002 sandte die Feuerwehr Könnern fleißige Helfer in Überflutungsgebiete in Dessau, Bitterfeld, Wittenberg und Aken. Dort kamen unsere Kameraden mit zum Einsatz und halfen über mehrere Tage Schutzdämme abzudichten, um Schlimmeres zu verhindern.
Für ihre geleistete Arbeit wurden Sie im Namen des Bundesminister des Inneren Otto Schilly, ausgezeichnet.
Auch das Jahr 2003 brachte zahlreiche Einsätze für die Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehr Könnern.
Ein Dachstuhlbrand in Rothenburg, ein Schwelbrand auf dem Kohlelagerplatz der Zuckerfabrik, Brand von Gerümpel und alten Möbeln in der ehemaligen kleinen Malzfabrik sowie der Brand von Unterholz im Paradies sind nur einige Beispiele. Aber es gab auch erfreuliche Anlässe, zu denen die Wehr geladen war. Die Übergabe der neuen Feuerwache in Bernburg. Die 130 Jahr-Feier der Feuerwehr Alsleben sowie die Einweihung des Gerätehauses der Feuerwehr Peißen zählen zu diesen Ereignissen.
Im Laufe des Jahres gab es diverse Umbauten im Gerätehaus der Feuerwehr Könnern, so zum Beispiel der Zusammenschluss von Wohnung zum Schulungsraum und Umbau des Sanitärbereiches.
Am 01.05.2004 gab es eine Veränderung in der Feuerwehr Könnern.
Die bisherige Wehrleitung trat von ihren Amt zurück.
D. Röthling wurde als neuer Wehrleiter von Bürgermeister R. Sempert eingesetzt.
Bei dem Feuerwehrvergnügen im Oktober 2004 wurde Frank Seifert vom Bürgermeister R. Sempert zum stellvertretenden Wehrleiter und in das Ehrenbeamten berufen.
Auch das Jahr 2005 brachte eine große Hochzeit mit sich. Der Kamerad und Kreisbrandmeister H.-U. Robitzsch heiratete die Kameradin W. Schulze auf dem Könneraner Standesamt. Zur großen Überraschung des Brautpaares versammelten sich 16 Wehren des gesamten Landkreises vor dem Rathaus und gratulierten lautstark. Das DRK und die Musikzüge der Feuerwehren Alsleben und Peißen überbrachten ebenfalls ihre Glückwünsche.
Am 01.04.2005 wurde der Fahrzeugbestand erweitert. Das neue Löschfahrzeug LF 8-6 wurde in den Dienst der Wehr gestellt und bestand am 05.04.2005 seine erste Einsatzfahrt.
Beim Kreisausscheid im „Löschangriff Nass“ wurde die Frauenmannschaft der Könneraner Wehr Kreismeister und fuhr im September 2005 zu den Landesmeisterschaften nach Burg.
Zur Übernahme der Bahnstrecke Halle – Halberstadt durch die Firma Connex sorgte die Freiwillige Feuerwehr Könnern für das Leibliche Wohl der Besucher bei einen Bahnhofsfest in Könnern.
Im Januar 2006 wurde Kamerad R. Lummitsch mit der „Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr“ in Gold ausgezeichnet. Er wurde damit für seine jahrzehntelange Aufbauarbeit in diesen Bereich geehrt.
Die Wehr stellte ihr Können bei zahlreichen Übungen unter Beweis.
So wurde zum Beispiel eine Rauchentwicklung im 4.Obergeschoss der Firma Deuka simuliert, bei der mehrere Personen vermisst wurden.
Die Nachbarfeuerwehren Peißen, Bebitz, Trebitz, Trebnitz und Beesenlaublingen wurden zur Unterstützung angefordert.
Eine weitere Großübung wurde am Saaledamm in Kustrena durchgeführt. Hier war ein simulierter Waldbrand Ursache der die Zusammenarbeit von 19 Feuerwehren des Landkreises Bernburg fordert. Übungen bei Bauerngut, am Stellwerk der Deutschen Bahn in Könnern und in der Zuckerfabrik wurden ebenfalls durchgeführt.
Einen schmerzhaften Verlust erlitt die Wehr am 01.02.2006. Kameradin
I. Edner, Mitbegründerin der Frauengruppe und Mitglied der Wehrleitung verstarb nach schwerer Krankheit und wurde unter großer Beteiligung aller Kameradinnen und Kameraden beigesetzt.
Mit Kräften und Mitteln unterstützten die Kameraden vom 21.-27.Mai 2006 die 70 Jahr-Feier der Feuerwehr Peißen. Die Freiwillige Feuerwehr Könnern führte anlässlich dieses Jubiläums mit der Freiwilligen Feuerwehr Baalberge eine Schauübung durch und nahm an einem „Lustigen Ausscheid“ teil, wobei die Könneraner Männermannschaft den 1.Platz belegte.
Eine besondere Busfahrt unternahm die Wehr im September 2006. Mit viel Spaß und Freude ging es im voll besetzten Bus auf den Hamburger Fischmarkt.
Durch die Struktur der Einheitsgemeinden wurde es erforderlich, dass im Dezember 2006 der Kamerad D. Röthling durch den Bürgermeister R. Sempert als Stadtwehrleiter der Stadt Könnern in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen wurde.
Im März 2007 wurde der Kamerad D. Röthling ebenfalls als Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Könnern gewählt. Als seine Stellvertreter wurden die Kameraden Th. Bär und G. Knorscheidt gewählt.

Für die Zukunft wünschen wir allen Kameradinnen und Kameraden unfallfreie Einsätze und weiterhin große Freude am Feuerwehrdienst.
Auf diesem Wege bedanken wir uns auch für das entgegengebrachte Verständnis der Familienangehörigen und wünschen viel Vergnügen bei den Festlichkeiten.

Ihre Feuerwehr Könnern

 

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